Schröpfen

Das Schröpfen ist ein traditionelles Therapieverfahren, welches im Rahmen der Alternativmedizin zum Einsatz gebracht wird. Es zählt zu den sogenannten ausleitenden Verfahren und ist auf der ganzen Welt schon lange bekannt. Seine Wirkweise konnte bis heute aber noch nicht wissenschaftlich nachgewiesen werden. Für das Schröpfen werden Schröpfgläser oder Schröpfköpfe verwendet. Diese werden auf die Haut gesetzt und dort ein Unterdruck erzeugt. Dieser wird dadurch erreicht, indem das Schröpfglas zuvor erhitzt wird. Das Erhitzen erfolgt durch ein in Alkohol getauchtes Baumwolltuch oder eine Flocke Watte, was jeweils angezündet wird. Der Unterdruck kann aber auch durch eine Absaugvorrichtung im Schröpfglas erzeugt werden.

Anwendung

Aufgesetzt werden die Schröpfgläser im Bereich der muskulären Verhärtungen, wobei je nach Lage der Schröpfstellen ein kutiviszeraler Reflex bei einem inneren Organ hervorgerufen wird. Man unterscheidet beim Schröpfen das trockene und das blutige Schröpfen. Das blutige Schröpfen wird dabei in Verbindung mit der Baunscheidt-Therapie durchgeführt. Schröpfen ohne Glas wird seit den 2000er Jahren immer populärer. Verwendet wird hierbei eine Schablone aus Silikon. Schröpfen sollte nicht bei Schwangeren angewandt werden. Außerdem sollten keine Schröpfköpfe auf Tumore, auf Sonnenbrand und Brandwunden gesetzt werden. Das blutige Schröpfen sollte nicht angewandt werden bei Blutarmut, bei Blutgerinnungsstörungen und während der Menstruation.

Wirkung des Schröpfens

Das Schröpfen hat eine stärkere durchblutungsfördernde Wirkung und wird gegen viele Krankheitsbilder angewandt, wie Migräne, Bandscheibenprobleme, Rheuma, Hexenschuss, Knieprobleme, Bluthochdruck, Ischias und bei Bronchitis und Asthma, ebenso wie bei Kopfschmerzen und bei Nierenschwäche sowie Wetterfühligkeit und bei Hypotonie und bei Despressionen, bei Verdauungsproblemen und bei Erkältung und Grippe.

Geschichtliche Entwicklung

Das Schröpfen mit Schröpfköpfen wurde schon vor mehr als 5000 Jahren in Mesopotamien, in Griechenland und in Ägypten betrieben. Und auch bei den alten Chinesen ist das Schröpfen bekannt. Andere Kulturen praktizierten mit dem Schröpfen das Aussagen von „bösen Geistern“. In der Traditionellen Chinesischen Medizin hat das Schröpfen die Bedeutung, dass es sich hier um ein Mittel handelt, das die Stagnation von Qi und Blut auswirbeln kann.