Qi

Das Qi ist ein hochchinesischer Begriff, der auch in Japan und Korea für Energie verwendet wird, wobei Energie hier bedeutet: Atem und Fluidum. Doch Qi bezeichnet als Begriff auch die Emotionen des Menschen und steht nach der modernen daoistischen Auffassung für die Tätigkeit des neurohormonalen Systems. Die Vorstellung des Qi ist die ideelle Grundlage der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und hat auch eine große Bedeutung im Bezug auf die inneren Kampfkünste. Das Qi prägt heute maßgeblich nicht nur das Weltverständnis von vielen Menschen in Asien und auch in Europa. Zudem hat das Qi eine große Bedeutung in diversen Religionen und im Rahmen der esoterischen Lehren.

Nach der Vorstellung im Daoismus entstand die Welt aus dem Qi, wobei darin Yin und Yang vermischt waren. Der Himmel und die Erde trennten sich dabei in Yangqi und Yinqi. Der Fluss des Qi hat eine besondere Bedeutung in der TCM. Eine Krankheit ist dabei eine Unterbrechung des Qi-Flusses. Im Rahmen der TCM wird versucht durch Ausbalancieren des Qi-Flusses im Körper wieder ein Gleichgewicht herzustellen. Hierzu gehören Maßnahmen wie spezielle Diäten, die Akupunktur und diverse Ernährungslehren. Hungerskuren steht die TCM allerdings kritisch gegenüber.

Bedeutsam war das Qi im Rahmen der Lehre des neokonfuzianischen Philosophen Zhu Xi. Dieser versuchte die beiden traditionellen Lehren Daoismus und Konfuzianismus miteinander zu verbinden. Diese Lehren haben heute keine große Bedeutung mehr. Qigong umso mehr. Es handelt sich hier um eine Meditations-, Konzentrations- und Bewegungsform, welche auch als Arbeit am Qi bezeichnet wird. Qigong gilt als eine der fünf Säulen der TCM. Ebenfalls eine sehr große Bedeutung hat das Qi im Feng Shui. Hierbei wird das Qi dazu eingesetzt die Umwelt so zu gestalten, dass der Kreislauf im Qi günstig beeinflusst wird. Feng Shui kann sowohl bei der Gartengestaltung verwendet werden, wie auch bei der Gestaltung eines Raums oder des kompletten Hauses.