Die Akupunktur zählt zu den bekanntesten Behandlungsmethoden aus der Traditionellen Chinesischen Medizin und wird auch in den westlichen Ländern immer häufiger von Patienten und Ärzten angenommen. Allerdings gibt sie der Schulmedizin noch viele Rätsel auf.
_Wirkt Akupunktur direkt im Gehirn?
Eines davon soll nun gelöst worden sein, nämlich die Frage danach, wo die Akupunktur wirkt. Eine Studie wurde kürzlich in der britischen Uni York durchgeführt. Insgesamt 17 Probanden wurden mit der Akupunktur behandelt. Dabei handelte es sich um Rechtshänder und es wurde der LI-4-Punkt, der auch als Hegu-Punkt bekannt ist, auf dem rechten Handrücken akupunktiert. Gefragt wurde im Anschluss daran, was die Probanden beim Einstich empfanden. Einige Versuchsteilnehmer gaben an Schmerz zu empfinden, andere gaben an, das „Gefühl“ zu empfinden. Letzteres beschreibt ein Gefühl, welches bereits in alten Büchern Chinas in Zusammenhang mit der Akupunktur erwähnt wird. Hierbei geht es um ein Kribbeln, Wärme oder Hitze, Kälte und ähnliches.
Mit bildgebenden Verfahren wurde nun das Hirn der Probanden untersucht, wobei die Durchblutung entscheidend war. Dabei zeigte sich, dass die Hirnareale, die für das Schmerzempfinden verantwortlich waren, bei den Probanden, die das „Gefühl“ empfanden quasi abgeschaltet wurden. Bei den anderen Versuchsteilnehmern dagegen wurde diese Hirnregion besonders aktiviert.
Demzufolge kann man davon ausgehen, dass die Akupunktur direkt im Gehirn wirkt. Allerdings ist bisher noch nicht eindeutig klar, ob sich Schmerzen mit der Akupunktur behandeln lassen. Hierzu sollen in der kommenden Zeit noch weitere Studien durchgeführt werden. Obwohl eine Beeinflussung des Schmerzempfindens ein Segen wäre, da die Behandlung mittels Akupunktur sehr kostengünstig ist, warnen Experten derzeit jedoch vor einer zu großen Euphorie. Man müsse genau den Unterschied zwischen der Betrachtungsweise von Gesundheit und Krankheit in der Schulmedizin und in der Traditionellen Chinesischen Medizin erkennen. Würde man sich zu weit von der Schulmedizin entfernen, könnte dies ebenfalls negative Auswirkungen auf die Behandlung der Patienten haben.
Britta Lutz | 25.02.10 | Newsletter abonnieren
Tags: TCM, Traditionelle Chinesische Medizin, Schulmedizin, Akupunktur, Gehirn, Akupunktur-Punkt, Schmerz
Kommentare:
1. stefanie am 05. März 2010
bin derselben meinung. danke für den interessanten artikel!
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