Die frostigen Temperaturen der letzten Tage erfreuen zumindest einige Winzer an der Mosel. Sie hatten das Risiko nicht gescheut und einige Trauben für die Herstellung von Eiswein an den Weinreben hängen lassen. Das hat sich gelohnt, wie sich jetzt zeigt.
_Kleine, aber feine Eisweinlese
An der Mosel, in Rheinhessen und Baden, sowie in der Pfalz freuen sich die Winzer über den Frost. Sie haben in der vergangenen Woche mit der Lese der Trauben für den Eiswein begonnen. Nachdem die reguläre Weinlese in diesem Jahr sehr wenig brachte, ließen einige Winzer noch Trauben für den Eiswein hängen. Es droht dabei ein Totalausfall der Ernte, wenn es nicht kalt genug wird. Deshalb gibt es auch nur wenige Winzer an Mosel oder Rhein, die überhaupt noch Eiswein herstellen können, weil sie dieses Risiko eingegangen sind.
Aufgrund der sehr frostigen Temperaturen sind die Voraussetzungen für eine hervorragende Weinlese aber geschaffen. Die Trauben für Eiswein müssen bei Temperaturen von wenigstens minus sieben Grad Celsius gelesen und gepresst werden. Idealerweise geschieht die Lese, wenn an mindestens zwei aufeinander folgenden Tagen Frost bestanden hat.
Die überreifen und gefrorenen Trauben müssen dabei einen Zuckergehalt von wenigstens 125 Grad Öchsle aufweisen. Da die Trauben gefroren sind, bleibt außerdem ein hoher Wasseranteil in ihnen. In Verbindung mit dem hohen Zuckergehalt werden die Eisweine besonders süß. Durch die hervorragenden Bedingungen für die Eisweinlese, gehen Experten davon aus, dass die Ernte sehr klein, aber dafür umso feiner ausfallen dürfte.
Britta Lutz | 10.12.10 | Newsletter abonnieren
Tags: Eiswein, Eisweinlese, Mosel, Rheinhessen, Baden, Pfalz, gefrorene Trauben, hoher Zuckergehalt, süßer Wein
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